Medizinstudium NC

Allgemeine Diskussionen und Fragen zum (Fern-)Studium

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Medizinstudium NC

Beitragvon Harvard » 04.11.2011, 22:44

Hallo,

ich würde gerne Medizin studieren. nur befürchte ich, dass ich kein 1er Abitur erreichen werde. Was tut man am besten in so einer Situtation? Auf langes Warten habe ich auch keine Lust.
Ich finde es wirklich traurig, dass man so schlecht Chancen auf ein Medizinstudium in Deutschland bekommt und kann das auch nicht nachvollziehen.


Mfg
Harvard
 

Re: Medizinstudium NC

Beitragvon Julian » 05.11.2011, 00:38

Du könntest in Holland studieren. Dort ist das Studium der Medizin NC-frei, wenn ich mich richtig entsinne. (Maatstricht) In Bulgarien gibt es eine private Universität, deren Abschluß in Deutschland anerkannt wird. (natürlich mit $$$ verbunden.) Du könntest die Wartezeit mit einer medizinischen Ausbildung überbrücken. Viele Universitäten besitzen auch ein eigenes Auswahlverfahren, in denen nicht nur die Abiturnote entscheidet - dort könntest du bei entsprechender Qualifikation auch ohne 1er-Abitur zugelassen werden. Du könntest ähnliche Studiengänge wählen. Du kannst deinen Wunsch auch sausen lassen, kann schließlich nicht jeder Arzt werden. Dem könnte ein Pflege-Praktikum vorausgehen, in denen du erkennen könntest, dass es sich vielleicht doch nicht lohnt, oder du bleibst direkt in dem Bereich nachdem du darin eine Ausbildung gemacht hast.

Bist du Pablo?
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon Harvard » 05.11.2011, 10:58

Hallo,

welche Studiengänge sind denn der Medizin ähnlich?

Wer ist Pablo?

Mfg
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon KamiKami » 05.11.2011, 16:06

Ich habe vor kurzem erst noch eine Art Themenstunde im Radio gehört, wo über die Zukunft der Medizinstudiengänge mit einigen Professoren diskutiert werde bzgl. was geändert werden sollte, was noch ansteht, ob Deutschland seinen Ruf als renommiertes Forschungsland halten kann, etc. pp.

Natürlich viel auch die Frage Medizin vs. NC vs. internes Auswahlverfahren.

Zu meiner Überraschung haben sich alle Professoren gegen das NC-Verfahren ausgesprochen, weil dieses entgegen bisher bekannter Studien nicht vor Abbrecherzahlen schütze und allg. falsche Vorstellungen, falsche Prioritätensetzung (Presitge und Geld war die Motivation vieler Studienanfänger) und schlicht keine andere Perspektiven bzw. Studienalternativen als Gründe für die hohen Abbrecherzahlen genannt wurden.

Hingegen haben sich interne Auswahlverfahren in welchen sich Motivation und Tauglichkeit genauestens untersuchen ließen gut gemacht und es ließ sich ein drastischer Rückgang der Abbrecherquoten beobachten. Problemfaktor ist natürlich das so ein Verfahren zeit- und kostenintensiv ausfällt.

Gruß
Kami
Zuletzt geändert von KamiKami am 05.11.2011, 23:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon quo » 05.11.2011, 23:34

KamiKami hat geschrieben:Ich habe vor kurzem erst noch eine Art Themenstunde im Radio gehört, wo über die Zukunft der Medizinstudiengänge mit einigen Professoren diskutiert werde bzgl. was geändert werden sollte, was noch ansteht, ob Deutschland seinen Ruf als renommiertes Forschungsland halten kann, etc. pp.

Natürlich viel auch die Frage Medizin vs. NC vs. internes Auswahlverfahren.

Zu meiner Überraschung haben sich alle Professoren gegen das NC-Verfahren ausgesprochen, weil dieses entgegen bisher bekannter Studien nicht vor extrem hohen Abbrecherzahlen schützte und allg. falsche Vorstellungen, falsche Prioritätensetzung (Presitge und Geld war die Motivation vieler Studienanfänger) und schlicht keine andere Perspektiven bzw. Studienalternativen als Gründe für die hohen Abbrecherzahlen genannt wurden.

Hingegen haben sich interne Auswahlverfahren in welchen sich Motivation und Tauglichkeit genauestens untersuchen ließen gut gemacht und es ließ sich ein drastischer Rückgang der Abbrecherquoten beobachten. Problemfaktor ist natürlich das so ein Verfahren zeit- und kostenintensiv ausfällt.

Gruß
Kami


Nur um das richtig zu stellen: Medizin hat mitunter die geringste Abbrecherquote von ca. 5%.
[ Serioese Quelle: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/ ... __213.psml ]

Im Vergleich zu technischen Studiengaengen (ca. 45% durchschnittlich) ist das verdammt wenig...

es gibt immer wieder Menschen, die sich umorientieren oder einen hohen Lebensstandard nach einer Ausbildung im Studium nicht halten koennen ohne den Abschluss zu gefaehrden. Aber die wenigsten brechen das Studium wegen des Anspruchs ab.

:book:
Zuletzt geändert von quo am 05.11.2011, 23:43, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon KamiKami » 05.11.2011, 23:40

Ehrlich gesagt ist es mir auch recht egal. :mrgreen:

Ich wollte damit auch keine Grundsatzdiskussion von Zaun treten, fühlte mich nur beim Thread an dieses Gespräch erinnert. Dort war eben komischerweise von hohen Abbrecherzahlen die Rede. Kann mir auch kaum vorstellen, das die auf 5 % hinauswollten.

Gruß
Kami
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon quo » 05.11.2011, 23:43

Der NC ist ein Instrument. Er dient zur Begrenzung der Studierendenzahl. Punkt.

Die Abiturnote ist allerdings auch ein Indikator: Sie zeigt, dass sich ein Schueler 3 Jahre lang (jetzt nur noch 2?) an die Vorgaben gehalten hat und durch Fleiß und Koennen dem mehr als genuegt hat. Durch das Zentralabitur ist der ganze Zirkus sogar vergleichbarer geworden (alle haben sich mit dem selben Unsinn quaelen muessen). Die Note ist also dokumentiertes Vertrauen.

Ein Testverfahren ist eventuell besser, nicht aber preiswerter. Da liegt die Entscheidung einer geschroepften Bildungslandschaft nahe.

Ob ich das gut finde? Ich finde es nicht schlecht! Ein Arbeitszeugnis, eine Empfehlung und das Diplomzeugnis sind Dokumente, die deine Glaubwuerdigkeit untermauern und dich in der Tendenz fuer den gewaehlten Zweck einigermaßen richtig einschaetzen.
Zuletzt geändert von quo am 06.11.2011, 11:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon KamiKami » 05.11.2011, 23:47

quo hat geschrieben:Der NC ist ein Instrument. Er dient zur Begrenzung der Studierendenzahl. Punkt.


Was Du nicht sagst. :rolleyes:

Die Abiturnote ist allerdings auch ein Indikator: Sie zeigt, dass sich ein Schueler 3 Jahre lang (jetzt nur noch 2?) an die Vorgaben gehalten hat und durch Fleiß und Koennen dem mehr als genuegt hat.


Ich bin dafür diesen Schülern in Zukunft für ihren Fleiß noch einen extra Lolly in die Hand zu drücken.

Gruß
Kami

P.S. Geburtsurkunde?
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon quo » 06.11.2011, 00:00

Die Lollys gehen an mich :wink:

Ja mein Gott, KamiKami, es ist ja nicht so als haette nicht jeder Student mal einmal "Spaß" mit unserer geliebten Hochschulbuerokratie.

Darueber kann ich mich unglaublich aufregen - allerdings bringt es ja nicht viel. Die Buerokratie ist eh viel zu aufgeblaeht, mehr Ausgaben in dem Bereich nicht tragbar.

Am besten ist es, wenn man einfach extrem wenig damit zu tun hat. (Sprich: ..., wenn man keine Probleme hat und alle Anforderungen fristgerecht erfuellt)

In diesem Sinne: Einfach alles offen halten, Havard, eventuell bekommst du ja sogar direkt einen Studienplatz oder du bis dahin noch die ein oder andere Alternative in der Hinterhand, auf die du zurueckgreifen kannst.

Julians Vorschlag liegt sehr nahe: Durch eine Ausbildung kannst du in einem gesundheitlichen Bereich mit Menschen arbeiten und hast so schon einen guten Einblick - das macht auch die Entscheidung einfacher am Ende dort zu arbeiten; netter Nebeneffekt: Die 3 Jahre Ausbildung gehen als 6 Wartesemester auf dein "Konto".

:thumbup:
Zuletzt geändert von quo am 06.11.2011, 11:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon KamiKami » 06.11.2011, 00:12

Ich blicke im Moment ehrlich gesagt nicht durch, worauf Du hinauswillst und stehe auch bei der Geburtsurkunde nach wie vor auf dem Schlauch. :smile:

Gruß
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon Jonsy » 06.11.2011, 01:47

Naja, daran sieht man natuerlich, ob du von Auslaendern oder sogar vielleicht von Juden abstammst! :rolleyes:

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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon quo » 06.11.2011, 11:33

... ob du reinen Blutes bist.

Ja, ok! Leute, is Quatsch. :neutral:

Ich wollte nur darauf hinaus, dass der NC das Instrument ist, was mit verhaeltnismaeßig unglaublich geringem Aufwand betrieben werden kann. Man hat nichts anderes um der Vielzahl der Studenten, die sich in das Fach einschreiben, insgesamt Herr zu werden.

Das war doch - neben der Frage - der Ausgangspunkt des Threads (Zitat: "Ich finde es wirklich traurig, dass man so schlecht Chancen auf ein Medizinstudium in Deutschland bekommt und kann das auch nicht nachvollziehen. ").
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon Jonsy » 06.11.2011, 12:13

Ich wollte nur darauf hinaus, dass der NC das Instrument ist, was mit verhaeltnismaeßig unglaublich geringem Aufwand betrieben werden kann. Man hat nichts anderes um der Vielzahl der Studenten, die sich in das Fach einschreiben, insgesamt Herr zu werden.


Klar, z.b. kann man die Leute Tests schreiben lassen, wovon dann die Zulassung abhaengt. Diese koennen zum Grossteil sicher maschinell ausgewertet werden. Kaum mehr Aufwand als einfach nur die Abiturnote zu betrachten.

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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon quo » 06.11.2011, 13:59

Was dann aber vom Prinzip eigentlich nahezu identisch ist. Digitale (Ja, nein, vielleicht) Fragen sind, gerade was die Persoenlichkeit des Bewerbers betrifft, vollkommen unpassend.

Ich meinte auch eher das, was KamiKami in seinem Post angestoßen hat: Persoenliche Auswahlgespraeche, individuelle Beratung, bei denen es um die tatsaechliche Motivation des Bewerbers geht und nicht um Buecherwissen/Intelligenztests.

Das ist schon an vielen Unis Praxis - allerdings meist nur auf den kleinen Bewerberkreis begrenzt, der eben nicht(!) die Anforderungen des NC/Wartesemester erfuellt. Meine Cousine wurde mit einer 1.4 getestet, weil sie knapp nicht reingekommen ist. Im Nachrueckverfahren konnte sie dann an einem solchen persoenlichen Gespraech teilnehmen, hat ein Motivationsschreiben verfasst und kann nun Medizin studieren :wink:

Auf alle Bewerber wuerde das allerdings den Rahmen sprengen, wenn man sich nur annaehernd ausgiebig mit dem einzelnen beschaeftigen moechte - denn je schneller/unpersoenlicher so etwas funktioniert, desto eher ist man wieder bei einem NC-Modell.
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon Jonsy » 06.11.2011, 15:08

Was dann aber vom Prinzip eigentlich nahezu identisch ist.

Nein.

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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon Lena1986 » 07.11.2011, 12:10

Um mal zum Thema zurückzukommen. In welche Richtung willst du denn gehen? Oftmals ist es nicht so schlecht, wie hier schon gesagt wurde, vor dem Medizinstudium herauszufinden was auf einen zukommt. Eine Ausbildung im Krankenhaus oder im Rettungsdienst hat schon viele von ihrem Wunsch Medizin zu studieren wieder abgebracht oder darin bestärkt.
Ich hab schon einige Medizinstudenten erlebt die nach 3 Jahren Studium festgestellt haben, dass sie nie in der Lage sein werden einem Patienten eine Spritze zu setzen (gut.. können meist eh die Arzthelferinnen besser).
Das die Abbrecherquote im Studium nicht sehr groß ist kann ich mir vorstellen. Es sind eher die die eigentlich fertig sind und dann als AIP feststellen worauf sie sich da eingelassen haben.
Studieren im Ausland ist auch nicht schlecht. Je nach zu erwartender Anzahl an Wartesemestern könntest du auch erst mal ein Soziales Jahr im Krankenhaus oder im RD machen.
"Was erwarten sie denn noch? Ein Volk, das sich alkoholfreies Bier aufschwatzen läßt, das greift auch zu einer kompetenzfreien Regierung. "
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon Harvard » 07.11.2011, 20:11

Hi,

mir geht es in erster Linie darum einen sicheren Arbeeitsplatz zu haben (was nach einem Medizinstudium kein Problem darstellen sollte), danach natürlich ein gutes Gehalt und zu guter Letzt finde ich das Medizinstudium interessant. Das sind die Aspekte, die mich Interesse zeigen lassen für ein Medizinstudium.



Mfg
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon Jonsy » 07.11.2011, 22:31

"zu guter Letzt" findest du das Studium interessant? Was genau denn? Das Studium besteht zu nem Grossteil aus nem Haufen Scheiss den man auswendig lernen muss. Sicher gibts auch gute Seiten, aber wie bei jedem Studium gilt: Wenn das Fach nicht deine Leidenschaft ist, wird dich der Frust erdruecken.

Selbst wenn du die 5+ Jahre durchhaelst wirst du Spaetestens beim Alltag als Arzt keinen Bock mehr haben mit der Motivation, wie du sie darstellst.

Jonsy
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Re: Medizinstudium NC

Beitragvon Harvard » 07.11.2011, 23:03

Jonsy hat geschrieben:"zu guter Letzt" findest du das Studium interessant? Was genau denn? Das Studium besteht zu nem Grossteil aus nem Haufen Scheiss den man auswendig lernen muss. Sicher gibts auch gute Seiten, aber wie bei jedem Studium gilt: Wenn das Fach nicht deine Leidenschaft ist, wird dich der Frust erdruecken.

Selbst wenn du die 5+ Jahre durchhaelst wirst du Spaetestens beim Alltag als Arzt keinen Bock mehr haben mit der Motivation, wie du sie darstellst.

Jonsy



Hallo,

nein, ''Scheiss'' ist das absolut nicht für mich. Ich finde den menschlichen Körper und die Anatomie interessant. Ein weiterer Punkt ist, dass ich mich postitiv bestätigt fühle, wenn ich anderen Menschen helfen kann. Das zaubert mir täglich ein Lächeln auf die Lippen.


Mfg

Gruss
Harvard
 

Re: Medizinstudium NC

Beitragvon Julian » 07.11.2011, 23:43

Harvard hat geschrieben:Hallo,

nein, ''Scheiss'' ist das absolut nicht für mich. Ich finde den menschlichen Körper und die Anatomie interessant. Ein weiterer Punkt ist, dass ich mich postitiv bestätigt fühle, wenn ich anderen Menschen helfen kann. Das zaubert mir täglich ein Lächeln auf die Lippen.


Die krankhafte Veränderung des Körpers ist wirklich ein interessantes Thema, aber dein Idealismus ist gefährlich.

bildungs-foren.de/foren/viewtopic.php?f=53&t=1441&start=20

Im Oktober habe ich dazu einen Beitrag verfasst.

Ein gutes Bild von dem Beruf als Arzt kannst du dir aus erster Hand in fachspezifischen Foren holen. Ich habe dort noch niemanden erlebt, der ein Liedchen davon trällert, wie wunderschön der Beruf ist, weil er immer Menschen helfen kann. Sicherlich wird es auch die Augenblicke geben, in denen du dich an der Heilung anderer Menschen erfreust, aber es wird nicht der Grund dafür sein, dass du jeden Tag aufstehst - dafür hat der Beruf zu viele negative Facetten. Mit Idealismus kommt man in der Medizin nicht sehr weit, weil dies ein knochenharter Beruf ist, der dir je nach Fachgebiet den letzten Nerv rauben kann. Erst heute durfte ich als Patient wieder die unheimliche Schnelllebigkeit eines KHs erleben - und das zu einer eher ruhigen Zeit. Du solltest lieber erstmal ein Praktikum oder gar eine Ausbildung im KH absolvieren. Solltest du dann immer noch davon schwärmen, wie sehr es dich erfreut, von Kollegen, Patienten und deren Angehörigen angemault, sowie dem Stress, den Überstunden und der miesen Bezahlung zur Verzweiflung getrieben zu werden, DANN würde ich dir locker zutrauen, dass dir auch der Arzt-Beruf liegt. Nie würde ich diesem Beruf einen von Idealen und falschen Vorstellung verblendeten Menschen zutrauen, der vermutlich noch kein Bein in ein KH aus der Sicht eines Arbeitnehmers gesetzt hat. Meine ehrliche Meinung.
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